In erster Linie ist der Rollstuhl ein ortho-pädisches Hilfsmittel. Aber Kinder
sehen ihn auch als Sportgerät, mit dem man eine Schräge heruntersausen, eine Stufe hoch-hüpfen oder vom rechten auf das linke Rad wackeln kann - und das man gerne "Rolli" nennt. Der "Rolli" wird sogar als Statussymbol
betrachtet, bei dem Attribute wie "bunt", "schön", "neu" oder "modern" eine Rolle spielen.
Integration
In unserer Sportgruppe hat dieser Begriff eine besondere praktische
Bedeutung. Nicht die Behinderten werden integriert, sondern Freunde und Geschwister, also "Fußgänger" fragen, ob sie mitmachen dürfen. Natürlich dürfen sie! Bald merken sie, dass es ihnen Spaß macht, Erfahrungen im
Rollstuhl zu sammeln.
Spontaneität
Sport bietet die - sonst eher seltene - Gelegenheit, spontan zu sein, ganz legal zu schreien, zu fluchen, zu jubeln.
Gemeinschaft
Abstrakte Begriffe wie Mannschaftsgeist oder Solidarität werden beim Sport mit Leben erfüllt. Das Gefühl "Man braucht
mich" ist wichtig. Dieses Gefühl darf sich nicht nur auf das Arbeitsleben beziehen; das wissen Kinder und Rentner am besten.
Selbständigkeit
Nichtbehinderte sind in der Regel gerne bereit zu helfen (nur wissen sie oft nicht, wie sie es anstellen sollen). Dennoch ist es für jeden Behinderten wert-voll, ein möglichst großes Maß an Selbständigkeit zu erlangen. Dazu gehören für
Rollstuhlfahrer z.B. das Öffnen von Türen, das Einsteigen in ein Auto, das Umsetzen vom Rollstuhl auf die Toilette, der Besuch eines Restaurants - und
das alles allein.


letzte Aktualisierung
30.04.2012
RSG Aktuell 05/2012
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